Die allerersten Ursprünge eines jeden Reitstils — auch der Alta Escuela — sind Gebrauchs- und Arbeitsreitweisen. Daraus haben sich auf der iberischen Halbinsel die Doma Vaquera in Spanien bzw. die Campinoreitweise in Portugal entwickelt, die Stierkampfreiterei und die Hohe Schule. Die Hohe Schule (span.: Alta Escuela) beeinflusste maßgeblich die Reiterei in anderen Ländern. Dort wurde sie auch teils zum Selbstzweck, um ihrer Schönheit willen, zum Repräsentieren am Hof oder für die Jagd und das Militär angewendet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Hohe Schule im Barock entwickelt wurde (z.B. Gueriniere, Pluvinel) und Lektionen aus dem natürlichen Bewegungsablauf — insbesondere von Hengsten — zeigt. Diese Bewegungsabläufe werden zur systematischen Gymnastizierung des Pferdes vervollkommnet. Je nach Eignung des Pferdes zeigt es dann Lektionen bis zur Schule über der Erde.

 

Schon zu den Anfängen bekam das Pferd alle nötige Zeit für die Ausbildung, wurde oft erst 5jährig den damalig gebräuchlichen "Wildgestüthen" entnommen, kam dann 6-7jährig unter den Sattel, blieb aber auch lange nutzbar - oft über das 30ste Lebensjahr hinaus. Sattel, Zaum und jeweilige Mundstücke wurden individuell und auf Maß angefertigt.

 

geeignete Reiter

 

Möchte man sich und sein Pferd auf der Grundlage der Alta Escuela schulen, benötigt man ein großes Herz und weiche Hände. Von Vorteil ist auch jegliches Interesse an der Theorie und konzeptionellem Vorgehen.

 

Dazu gehört es auch, bescheiden und kritikfähig immer wieder mal zurück an die Longe zu gehen, sich in verschiedenen Sattelarten und durch verschiedene Zäumungen in Frage zu stellen und sich die Freude am Lernen zu bewahren.

 

Noch dazu gehen die geeigneten Reiter viel zu Fuß  ;-)

 

Man steigt immer erst nach etwas Bodenarbeit auf das so aufgewärmte Pferd und wird überhaupt einen Großteil der Ausbildung mit der Gymnastizierung am Boden verbringen. Das Pferd lernt in der Handarbeit und an der Longe viel leichter ohne Reiter ins eigene Gleichgewicht zukommen, orientiert sich als Herdentier einfacher an der Anlehnung des gehenden Menschen wie auch später an den Pilaren. Am Langen Zügel und der Doppellonge reduziert sich die Anlehnung auf den Kontakt am Kopf mittels Kappzaum oder Gebiß. Reitet man später, sieht uns das Pferd nicht mehr zur Orientierung an unserer Haltung und muß erschwerend in ein gemeinsames Gleichgewicht mit dem Reiter finden.

 

geeignete Pferde

 

Für die Ausbildung auf Basis der Alta Escuela ist jede Pferderasse geeignet, da Alta Escuela verlangt, das Pferd entsprechend seiner Möglichkeiten und Neigungen zu fördern. Es wird in keine Schablone gepresst!

 

Oft sind Pferde-Besitzer enttäuscht, wenn sich Ihr Pferd nicht für einzelne Lektionen eignet, obwohl der Züchter es vielleicht versprochen hat. Manches Pferd ist ein geborener Kaprioleur und ein anderes wird
einem, dank seines Körperbaus, perfekte Piaffen schenken. Man kann nicht immer alles haben. Freuen Sie sich an allem, was Ihr Pferd Ihnen freiwillig anbietet, auch wenn es vielleicht noch nicht perfekt ist!

 

Bei vielen Pferde-Typen steht nicht einmal die Förderung bis in hohe Klassen im Vordergrund, sondern das Ziel, den Reiter mit Freude und ohne Schaden zu nehmen, bis ins hohe Alter tragen zu können.

 

Das ist — für den Laien oft unsichtbare — Kleinarbeit, aber genauso wichtige und anspruchsvolle Ausbildung.