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Tip des Monats April 2003
Das Lösen

Jeder weiß, dass das Pferd zu Beginn der Arbeit gelöst werden muss. Aber wie sieht die Praxis aus?
Man sieht folgende Extreme:
- Einmal Rückwärtsrichten und die Arbeit beginnt.
- Runde für Runde am langen/hingegebenen Zügel bis der Reiter meint, das Pferd hat sich "warmgelaufen"
Doch selbst das schon mit Übergängen und ersten Biegungen aufgelockerte Lösen reicht nicht wirklich aus. Vorraussetzung für gutes Lösen sind:
- Ein Konzept und
- die Fähigkeit, die körperliche und mentale "Verfassungs-Checkliste", die während des Lösens erstellt wird, als Basis zu nehmen, um das Konzept gegebenenfalls der Tagesform des Pferdes anzupassen.

Hintergrund
- Das Alter, der Körperbau, der Ausbildungsstand und die Neigungen des Pferdes bestimmen die Art und Weise, sowie den Zeitraum des Lösens.
- Das Tages-Konzept (auf die Thematik "Konzept" gehe ich auf Wunsch gerne einmal ausführlicher ein)
basiert auf der Frage "Was will ich heute erreichen?". Davon ausgehend muss der Ausbilder wissen, welche
Muskelgruppen das Pferd dafür benötigt und wie diese gedehnt oder gelöst werden, um sie anschließend belasten
zu können.
- Der Ausbilder muss unterscheiden können zwischen Übungen, die lösen, erst geritten werden können, wenn
das Pferd bereits gelöst ist, Übungen, die etwas kontrollieren und Übungen, die etwas korrigieren.
- Sehr wichtig ist die didaktische Regel: "Vom Einfachen zum Schweren, vom Bekannten zum Neuen".
- Neben dem körperlichen Lösen muss das Pferd auch mental gelöst werden! Motivieren Sie Ihr Pferd dazu, mitzudenken und anzubieten!
Falsch ist der oft abrupte Übergang vom Lösen zur Arbeitsphase: Der Reiter sieht auf die Uhr und
meint, es sei nun an der Zeit anzufangen. Das Pferd verspannt sich wieder, da es nun "zur Sache geht"
und das Lösen ist somit (fast) umsonst.
Besser ist es, das Pferd durch Variationen der bekannten Lektionen in Ausführung und Hilfengebung
zu sensibilisieren und neugierig zu machen, bis das Pferd von alleine "nachfragt", wie diese und
jene Hilfe nun gemeint sei. So verwischt der Übergang zwischen Lösen und Arbeit, da das Pferd während des
Lösens schon mitarbeitet und in der Arbeitsphase noch neugierig und entspannt ist.

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