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Tip des Monats Februar 2003
Schulterherein-Galopp
Dieses
Pferd springt zwar gut unter, kommt aber auf die innere Schulter. Unterspringen
heißt: das Pferd springt mit dem inneren Hinterhuf unter seinen Schwerpunkt.
Demzufolge ist der Schwerpunkt des Pferdes hier zu weit vorn.
Um vorwärts stürmende oder gegen die Hand drängende Pferde ruhiger zu bekommen,
ist das Galoppieren im Schulterherein ein exzellentes Mittel. Pferde, die im
Galopp eilen, legen sich oft zusätzlich auf die Hand, biegen sich nicht und
laufen den Hilfen davon. Die Folge: man geht in den Leichtsitz und traut sich
nicht zu treiben, geht damit in die Defensive. Der schlimmste Fall wäre es,
wenn man so ein Pferd noch durch harte Paraden "einfangen" will,
sich "richtig" hinsetzt und so lange gegen die Hand treibt, bis
das Pferd ruhiger wird. Fast jeder hat solche Maßnahmen schon viel zu oft
gesehen oder war selber schon einmal in solch einer Situation ratlos.
Die Ursache für zu schnellen Galopp ist fast immer, dass das Pferd nicht
ausbalanciert ist und sich noch nicht genug selbst tragen kann. Es läuft
vermehrt auf der Vorhand,wohin es seinen Schwerpunkt verlagert hat, wird
dadurch immer schneller und flieht vor der meist gleich bremsenden Reiterhand.
Somit muss der Reiter mit dem Galoppieren idealerweise so lange warten, bis
das Pferd beginnt, sich auf der Hinterhand zu tragen. "Idealerweise"
deshalb, da Ihr Pferd in diesem Falle im Trab bereits Seitengänge gehen müsste
und so lange warten nicht viele.
Die Hilfen können Sie hier nachlesen. Folgende Wirkung
erreichen Sie:
- Das innere Hinterbein wird länger belastet und dadurch mit der Zeit gekräftigt (durch gleichmäßigen Handwechsel anschließend das äußere Hinterbein)
- Das Pferd kommt vom inneren Zügel weg und geht aufmerksam am äußeren Zügel
- Schnelles Galoppieren hat keinen Sinn, da Schulterherein an sich schon anstrengend genug ist
- Durch die Kräftigung der Hinterhand und die zunehmende Hankenbeugung wird das Pferd sich immer mehr auf der Hinterhand tragen lernen, dadurch aufrichten und somit leicht in der Hand werden
- Der Galopp wird gesetzter, ohne dass der Zügel bremsen muss
Dieses nachfolgend abgebildete Pferd hat seinen Schwerpunkt zurückverlagert und ist frei in der Schulter.

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