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  Datum: 07.02.2012


 

Station 1: Ausgangssituation

Verkaufsvideo eines renomierten Spanischen Verkaufsstalles. Nach den Bildern dieses Verkaufsvideos wurde dieses "hochausgebildete, leichtgängige Damenreitpferd", 5 jährig, gekauft. Beschenktes Geburtstagskind war eine junge Frau nach 1 Jahr konventionellem Unterricht in einer Reitschule.

Wenn man bedenkt, daß auf Verkaufsvideos der beste Reiter des Stalles das jeweilige Pferd nach bestem Wissen und Können vorstellt und der deutsche Käufer (den diese Reitweise begeisterte) davon so positiv beeindruckt war, um dieses Pferd für viel Geld zu erwerben, zeigt,

  • dass weder Verkäufer noch Käufer sich der schädigenden Auswirkungen dieser Reiterei bewußt sind,
  • nicht klar ist, das das Pferd mit Kraft, Kandare und Sporen verspannt gearbeitet ist,
  • die Gänge weggeritten wurden und
  • keine reelle sachkundige Ausbildung stattfand.

Auf den Videoclips, die in den nächsten Monaten zusammengeschnitten werden, wird man in der Bewegung eindrücklich sehen, wie das Pferd im Schritt in den Pass fällt, im Trab taktet und der Galopp ein 4-Schlag geworden ist.

Schritt

Auf den Standbildern ist bereits zu sehen, wie das Pferd im Hals verstellt und zu eng geritten wird, ohne Rücken und auf der Schulter läuft, den Unterhals für den Vorderrad-Antrieb benutzt und die Hinterhand so keine Chance zum Schieben und Tragen hat. Der Kandaren-Anzug steht waagerecht ab und da dieser enorme Hebel und die Kraft zum Kopf-Ranziehen (die Anatomie ist im Weg) nicht ausreichen, lehnt sich die Reiterin noch hinten über und holt mit den Beinen zum nächsten Sporenstich aus.

Trab

Mit der selben Kraft wird versucht, das Pferd in eine gefällige runde Form zu zwingen: eng im Hals, matte Hinterhand, ohne Rücken, keine Schulterfreiheit.

Galopp

Das selbe Bild: bergab, durch das Gezerre am Zügel ist der Sattel mittlerweile auf dem Hals, Kruppe weicht nach oben aus und kann nicht durchspringen.

Jeder kann sich leicht ausrechnen, daß ein Pferd bei dieser Reitweise (auch in Deutschland wurde es vom Ausbilder, der die neue Besitzerin des Pferdes trainierte, so weitergearbeitet), nicht zufriedener oder gesünder wird. Die umgehend folgenden Ausführungen werden die Reha und Korrektur dieses Pferdes (und der Reiterin) erklären, die über 3 Jahre konsequent umgesetzt wurde. Mittlerweile ist der Hengst kastriert und zeigt freudig, losgelassen und reell Lektionen der höchsten Versammlung am lockeren Zügel und selbst im Damensattel.

Station 2: Beginn der Reha und Korrektur der bisherigen Ausbildung

Vor rund einem Jahr, wurde der Hengst nach Deutschland importiert, kastriert und weiterhin in beschriebenem Stil geritten. Wie man auf den nachfolgenden Fotos (linke Spalte) gut erkennen kann, wurde dieses Pferd nicht schöner dabei:

  • Nur noch am Unterhals ist eine ausgeprägte Muskulatur zu erkennen
  • Ohne Testosteron und Fett; in Spanien werden Verkaufspferde häufig "mastig" präsentiert, da runde Formen über viele Mängel hinwegtäuschen zeigt sich auch am Kipphals seine Bindegewebsschwäche. Inwieweit dieser Kipphals durch das Reiten hinter dem Zügel begünstigt wurde (Überdehnung des Nackenbandes), kann man nicht exakt sagen.
  • Mimik, Schweif und Ohren verraten seine Frustration



links: Verkaufsvideo Spanien    rechts: nach1 Jahr in Deutschland

Glücklicherweise liebte die neue Besitzerin dieses Pferd sehr und erkannte dadurch, dass die Ursache des Problems in der Reitweise begründet sein musste. Solange er nicht geritten wurde, war er charmant, willig und bemüht, verspielt und zuverlässig.

Darüberhinaus waren folgende Punkte zu erkennen:

  • Er verlor seine Schönheit - seine Unbefangenheit - Vertrauen zum Menschen
  • Er stieg und überschlug sich, sobald man beim Aufzäumen an seine Ohren kam
  • Er trat nach der Gerte, den Sporen und der Reiterwade, hackte gestreßt auf dem Mundstück herum
  • Er reagierte mit stumpfen Klemmen auf treibende Hilfen oder mit Bocken und Durchgehen

In dieser Verfassung wurde dieses Pferd dann auch dem neuen Ausbilder vorgestellt.

Neben den persönlichen Lebensumständen des Pferdes sind Aspekte wie Ausrüstung, die Physiologie, Motivation und nicht zuletzt die Reitweise unabdingbare Maßnahmen, um eine erfolgreiche Reha zu erzielen:

  • passender Sattel, längerer Stirnriemen am Zaum, passendes und geeignetes Mundstück
  • Kompletter Verzicht auf Sporen !!!
  • Hufkorrektur (massiver Trachtenzwang, der über eine gezielte Barhufpflege in 2-wöchigem Abstand korrigiert wurde)
  • Zähne durch Pferde-Zahnarzt behandelt (Frontzähne zu lang und schief, Backenzähne scharfkantig mit Haken und Rampen, Kiefergelenk schmerzhaft durch Fehl-Stellung und Überlastung)
  • Futterumstellung (u.a. viel Heu und weniger Kraftfutter). Obwohl er zu einem "Speckbäuchlein" neigte, benötigte er viel Heu (Schnittzeitpunkt: Vollblüte oder Ende Blüte), um u.a. beschäftigt und glücklich zu sein und durch die lange Verweildauer des Heus im Darm eine stete Energiezufuhr zu erreichen
  • Regelmäßiger Auslauf
  • Regelmäßige Betreuung durch einen Osteopathen und disziplinierte Durchführung seiner Physio-Übungen zwischen den Terminen (verspannte, verhärtete oder atrophierte Muskulatur, die den Bänderapparat und die Gelenke nicht unterstützen konnte: einerseits Blockaden und andererseits Schwäche/"Schlaffheit"/Überdehnung)
  • Korrektur der Ausbildung und der entwickelten "Unarten"

Man könnte nun glauben, dass nach der Feststellung dieses "Ist-Zustandes" des Pferdes und der Relativierung der Wünsche des Besitzers das obige Maßnahmenpaket recht einfach umzusetzen sei. War es in diesem – wie in vielen anderen Fällen – leider nicht.....

Eine erschwerende Komponente diesen Plan umzusetzen, war die mentale Verfassung des Pferdes wie beispielsweise:

  • Mischung aus Frust + Frechheit
  • Temperament und Phlegma (höre ich nicht zu, ist es irgendwann vorbei – renne ich den Hilfen davon, ist es sofort vorbei)
  • tatsächliche Beschwerden und die Erwartung, es könnte gleich wieder weh tun, obwohl z.B. der Sattel nun definitiv passte oder obwohl keine Sporen mehr benutzt wurden
  • Verwechslung von "Nett und Dumm" seitens des neuen Ausbilders: Das Pferd verstand die neuen großzügigen Grenzen nicht, das "Mitreden-Dürfen", das viele Lob für erste Ideen oder anfangs nur "zufälliges" Entspannen, usw.

<ü>Somit stellten sich oft nicht prompt und für den Besitzer nachvollziehbar spektakuläre Erfolge ein. Es ist besonders in der Anfangszeit einer so umfassenden Korrektur viel Geduld, Sehen-Lernen und Verständnis für diese geduldige "Kleinarbeit" von allen Beteiligten nötig: Pferd – Besitzer – Ausbilder

Korrektur der Ausbildung

Die „Ausbildungs-Korrektur“ des Pferdes begann mit Schritt, Schritt und nochmals Schritt. An der Longe, Doppellonge und unter dem Sattel. Die ausgedehnte Schritt-Arbeit war die erste Möglichkeit, um

  • den Muskeltonus, den Bänderapparat und die Sehnen aufzubauen und zu stärken
  • Takt, Dehnungshaltung und Losgelassenheit (auch emotional) zu finden
  • Anlehnung zu "verstehen" (der Hand vorwärts abwärts folgen und nicht ihr nach verlorenem Kampf hinter den Zügel auszuweichen)
  • Nicht auf die Wade hin zu Klemmen oder nach der Gerte/befürchtetem Sporn zu Schlagen
  • Die Waden wurden lange Zeit verwahrend, weich rahmend benutzt, bis klar war, dass sie nicht treiben/boxen/zustechen, sondern als Einladung zum Takterhalten oder zum Biegen benutzt werden. Ist die Wade verwahrend und der Reiterabsatz sogar leicht angehoben, ist die Wade maximal locker und für das Pferd weich spürbar. Nun ist ein differenzierter Einsatz durch die Positionierung der Wade und ihren Rhythmus möglich
  • Verständnis der Gerte als Hilfe, und Verständnis der Gewichtshilfen
  • Seitengänge, Tempi- und Handwechsel zur Gymnastizierung

All das klingt nach "Nichts". Es wird allerdings sehr schnell ersichtlich, wenn man sich die folgenden Bilder ansieht: Das vehemente Widersetzen des Pferdes erlaubt es nicht "einfach nur" geradeaus und vorwärts/abwärts zu reiten.


Korrektur am Beispiel Gerte

Schlug das Tier nach der Gerte, welche ihn nur angetippt hatte, so wurde er so lange erneut weich angetippt, bis er es tolerierte. Zunächst hat er dies nur „geschehen lassen“ als die Kraft ausblieb – wurde dann aber dennoch ausgiebig gelobt. Erst später kamen Verständnis und Vertrauen hinzu.

Ergänzend zu dem sehr wichtigen Ergebnis des Vertrauen-Könnens, kam seine Erkenntnis, dass er die langersehnte Ruhe gewährt bekommt, wenn er gleich auf ein BITTE hin geht.

Je feiner er reagierte, um so weniger Hilfen wurden gegeben. Somit hatte er seinen Frieden und konnte selbst entscheiden, welcher Aufwand getrieben wurde. Was man selbst möchte, muss man dem Pferd angenehm machen!

Bevor dieser Beitrag über die reiterliche Korrektur in den kommenden Wochen fortgesetzt wird, finden Sie hier schon mal einen kleinen "visuellen" Ausblick in die Zukunft:

Zwischen dem ersten Bild und heute liegt ein Jahr. Zwischen dem 2. und 3. Bild liegen mittlerweile zwei Jahre der gerade beschriebenen "Kleinarbeit".

Obwohl ja immer noch Wallach und Neigung zum Speckbäuchlein, hat dieses Pferd auf jeden Fall gewonnen - es ist wieder SCHÖN.

Und dennoch wird dem aufmerksamen Beobachter das Schweifschlagen nicht verborgen geblieben sein. Seine Sorge um die Gerte ist auch nach diesen Jahren immer noch nicht verschwunden.

Station 3: Reiterliche Korrektur im Verlauf der Reha

Wie unter Station 2 beschrieben, läßt sich die Reha nicht von einer reiterlichen Korrektur trennen, da das Pferd erst durch die praktizierte Reitweise erkrankte. Was mit festem Rücken, "hartem Maul", Unrittigkeit und Widersetzlichkeit begann, war nur ein Symptom.

  • Die Dauer-Verspannung führte zu Muskel-Verhärtung und damit zu Gelenk-Blokaden.
  • Für das zu frühe auf die Hinterhand-Setzen war das Pferd zu jung und wurde nicht durch eine reelle Grundausbildung darauf vorbereitet.
  • Der Schmerz zog sich von den Sprunggelenken nach oben: Knie-Bänder, Hüftgelenke und letztlich bis ins Kreuz und die Lende hinein. Der feste Rücken schränkte seinerseits die Schulter-Oberarm-Mechanik ein.
  • Durch das zu enge Reiten hinter dem Zügel, entzündete sich das Nackenband, die Kiefergelenke entzündeten sich. Das Nackenband war vom Hinterhaupts-Bein aus und vom anderen Ende her, dem Kreuz aus, in seiner Funktionalität eingeschränkt.
Um zu verdeutlichen, wie wichtig es war, die Grundausbildung nachzuholen, wird die reiterliche Korrektur an der Entwicklung der 3 Grundgangarten erklärt (auch weil ich nicht oft genug wiederholen kann: besonders bei willigen und vermögenden Pferden darf die Ausbildungs-Zeit nicht abgekürzt werden! Die Grundlagen-Arbeit hört bis in die höchsten Klassen hinein nie nie nie auf!!!)

Entwicklung des Schrittes


Die Versuche, im Takt und mit Schwung vorwärts-abwärts zu reiten, bringen das Pferd noch auf die Schulter. Die festen Gelenke/Muskeln der Hinterhand drücken die Kruppe nach oben heraus und der Reiter sinkt mit dem Brustkorb des Pferdes als würde man eine Schubkarre anheben (Bild 1).

Korrektur:

  • Durch Tempi-Wechsel, viel Seitengänge, Klettern im Gelände, Boden-Stangen und Cavaletti lernte das Pferd, raumgreifende Schritte zu machen. Der Muskeltonus und die Mobilität der Gelenke optimierten sich.
  • Die Bauchmuskeln stärkten sich und konnten nun den Pferderücken samt Reiter anheben.
  • Die gestärkte Brust- und Oberarm-Muskulatur, hob die Vorhand an, um dem nun aktiven Hinterbein Platz zu machen und verhalfen zu einer reellen Aufrichtung.
  • Die Hinterhand trat nun vor unter den gemeinsamen Schwerpunkt.
  • Seine notwendigen gymnastizierenden Übungen wurden abwechslungsreich gestaltet durch den Wechsel der Arbeitsmethoden: Handarbeit, Parallel-Führen, Longe, Doppellonge, Reiten, Zirzensik, Freiheitsdressur.
  • Auf Bild 3 sieht man die ersten Dehnungsversuche und das Pferd beginnt der Hand nach vorwärts-abwärts zu folgen. Auf Bild 5 ist die Dehnung bereits viel aufwendiger und wird komplett durchgelassen. Der Starke Schritt führt zu einer zu diesem Pferd passenden Rahmenerweiterung. Die Nase darf bei ihm nicht tiefer, da es dann sonst wieder auf die Schulter kommen würde.

Entwicklung des Trabes


Auf Bild 1 erkennt man die Ausgangssituation: die Kruppe stemmt wie im Schritt nach oben heraus, die Kruppe tritt nicht unter und die Schulter ist fest. Das Pferd drückt mit dem Unterhals gegen den Zügel und geht ohne Rücken: der Reiter wird hart geworfen. Bild 2 zeigt die Antwort des Pferdes auf die Frage nach Dehnungshaltung und Raumgriff: Davoneilen, auf dem Zügel gehen und den Reiter nach vorn kippen durch bltzschnelles Zügel aus der Hand reißen.

Korrektur:

  • lehren, der Reiterhand zu vertrauen und vorwärts-abwärts zu folgen
  • Gelenke der Hinterhand weiter mobilisieren durch Verringerung des Muskeltonus und Erhöhung der Dehnbarkeit (simple aber nötige Gymnastik)
  • Brustmuskulatur stärken für eine reelle, zur Physiologie dieses Pferdes passenden Aufrichtung
  • Beispiel-Übung "8 oder X", siehe Anhang
  • In/durch Verstärkungen lernten beide Hinterbeine zu schieben, in/durch Seitengängen schob das äüßere Hinterbein während das innere Hinterbein lernte zu tragen und in/durch Versammlung lernten beide Hinterbeine zu tragen


Das Pferd schwingt locker, dehnt sich an die Hand heran und ist mittlerwile bequem zu sitzen. Es kommt auch im Leichtsitz nicht mehr auf die Schulter. Die Hinterhand tritt im Arbeitstrab vor zum gemeinsamen Schwerpunkt (unter den Reiter-Absatz). Wenn man sich Schulter-Hüfte-Hacke als eine senkrechte Linie denkt, fußt hier das Pferd unter die Verlängerung dieser Linie.


Der Schwerpunkt läßt sich zurückverlagern zum Hinterbein. Auch in der Versammlung (hier in der Passage) geht er schön über den Rücken, ist bequem und benötigt keine Anlehnung mehr. Die linke Schulter macht Platz für das diagonale Hinterbein. Hierzu ist das 6. Bild etwas ungünstig zur Einschätzung, da in diesem Bewegungsmoment das Hinterbein noch nicht ganz da ist. Auf dem 5. Bild ist die Bewegung einen Bruchteil früher eingefangen und man erkennt die lockere Qualität der Passage auch an der Parallele zwischen der Röhre des rechten Hinterbeines und dem Oberarm des linken Vorderbeines (siehe rote Markierung).

Entwicklung des Galopps


Das erste und zweite Bild zeigen wie das Pferd entweder "klemmt" oder seiner Erfahrung mit dem Galopp davon rennt. Er mußte aus seinen Reaktionsmustern heraus, nur das Angaloppieren an sich üben und nicht das längere Galoppieren am Stück.

Hilfen zum Anspringen für dieses Pferd zu diesem Zeitpunkt der Korrektur:

  • Schulterherein
  • Aufrichten des Reiters (Einatmen)
  • Stimme
  • Äußerer Schenkel hinter dem Gurt positionieren

Erläuterung der Galopp-Hilfen:

  • Durch Schulterherein sicherstellen, daß das Pferd am äußeren Zügel ist und das innere Hinterbein bereit ist zum Springen/äußeres Hinterbein bereit ist zu schieben (strengt ihn zwar noch an, garantiert aber, daß das innere Hinterbein durch die Bauch-Muskeln geholt wird und er über den Rücken geht).
  • Bei geradem Anspringen (muß nach der Korrektur wieder möglich sein!) würde das Pferd wieder mittels Unterhals heraushebeln und über/gegen den Zügel gehen.
  • Beim betonten Einatmen richtet der Reiter sein Becken auf und hält sich gleichmäßig mit Bauch- und Rückenmuskeln.
  • Die Stimmhilfe ist eine der Wichtigsten.
  • Der äußere Schenkel wird verwahrend 1 handbreit hinter dem Gurt positioniert und evtl. sanft angelegt, um den Galopp letztlich zu initiieren (langfristig soll das Einatmen und Vorschieben der inneren Hüfte ausreichen – besonders im Damensattel). Durch das verwahrende Positionieren des äußeren Schenkels sitzt man automatisch richtig innen.


Bild links: Ein schwungvolles Vorwärts im Canter ohne ins Eilen zu verfallen: das innere Hinterbein wird vom Bauch angezogen und springt unter den gemeinsamen Schwerpunkt von Reiter und Pferd. Das äußere Hinterbein schiebt und das Pferd behält leichte Anlehnung an die Reiter-Hand.
Bild rechts: Der Schwerpunkt kommt zurück zum inneren Hinterbein, das Pferd trägt sich selber. Es ist keine Anlehnung am Zügel mehr nötig, da der Schatz nun über Balance und Kraft verfügt.

Resümee

Durch die Korrektur der Ausbildung fand das Pferd sein seelisches und körperliches Gleichgewicht, Gesundheit sowie Vertrauen zum Reiter. So ein Erfolg hält allerdings nicht von allein an. Nach Abschluß von Korrektur und Reha darf die notwendige Gymnastizierung eines jeden Pferdes nie aufhören!

Anhang: Beispielübung "8 oder X"

  1. Wechselt man in Folge ständig durch die „ganze Bahn“ ergibt die so gerittene/longierte Figur ein X. Wechselt man in Form von „aus dem Zirkel wechseln“, ergibt die Figur eine 8.
  2. Bei der 8 geht es um das aktive Erhalten von Biegung und Takt sowie um das Reiten am äußeren Zügel. Nutzt man das X, muß man aktiv Takt und Biegung ändern (für die engen Ecken muß das Tempo verkürzt werden und auf der Diagonalen das Tempo wieder verstärkt werden).
  3. Damit 8 und X nicht langweilig werden, steigert man mit der Ausbildung deren Anspruch: man kann auf sie die Seitengänge oder die Versammlung legen (Passage-Traversalen, Piaffe-Pirouette, Travers-, Renvers- oder Schulterherein-Zirkel) und alle Gangarten darauf gehen (incl. Gangartwechsel mit dem Handwechsel).
  4. Innerhalb einer Reitstunde kann man diese Themen-Blöcke nacheinander arbeiten: z.B. erst 1 Block mit Schlangenlinien, Zirkel, 8, Seitengänge. Der folgende Block kann alles Gerade beinhalten: X, durch die ganze/halbe Bahn wechseln, 4-eckige Zirkel etc.
 
Häufigste Befunde

Die häufigsten Befunde haben wir hier zusammen gestellt.


Fallstudie 2

Rekonvaleszenz einer älteren Stute nach der Geburt ihres jüngsten Fohlens. Text hier!


Fallstudie 3

Reha eines 5-jährigen Lipizzaner-Hengstes, der im Umgang mit den Menschen lebensgefährlich wurde. Text hier!