Alta Escuela
   
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  Datum: 30.07.2010


 

Ausrüstung

Sättel

Im Mittelpunkt steht für die meisten Reiter die Frage nach dem richtigen Sattel. Vereinfacht lautet die Antwort:

  1. Der richtige Sattel muss dem Pferd passen, die Schulter frei lassen, durch engen Kontakt zum Pferd feinste Hilfen übertragen und
  2. den Reiter optimal hinsetzen und seinen freien Balancesitz fördern.

Der Sattel darf kein Kompromiss sein!

  1. Entscheidung für das Modell aus Pferdesicht
    Kriterien sind die Passform und das Modell (hochgebaute Sättel thronen oft auf Pferden mit flacher Halsung wie ein zu kleines Partyhütchen)
  2. Korrektes Platzieren des Sattels (z.B. mittels Vorderzeug, Vorgurt oder Schweifriemen
  3. Wie soll der Sattel mich hinsetzen?
    • Hohlkreuz oder abgekipptes Becken
    • Beweglichkeit und Höhe der Galerie
    • Blattlänge
    • Pauschen oder nicht, für Knie oder/und Wade
    • Bügel oder nicht

Als Diskussionsgrundlage für das Forum möchte ich gerne die oft verschiedenen Aussagen der Klassiker und der Moderne nutzen (und damit die Frage nach Hohlkreuz oder abgekipptem Becken des Reiters). Denn den optimalen Sitz muss der Sattel schließlich zulassen bzw. unterstützen.



Gebisse

Das ist ein weiteres bücherfüllendes Thema. Bitte nutzen Sie die angesprochenen Punkte als Diskussionsgrundlage für das Forum. Sonst sprengt allein diese Abhandlung den Rahmen meiner Homepage. Zur besseren Übersicht gliedere ich diese Thematik nach den prinzipiell möglichen Zäumungen und den Erfahrungen, die ich Ihnen dazu weitergeben kann.

  1. Zäumungsarten
    • KANDARE: Länge der Anzüge, Form des Mundstückes, Zungenfreiheit, gebrochene Form, mit oder ohne Unterlegtrense, welche Zügelführung (3:1, 2:2, 2 oder 4 Zügel), Form der Anzüge (S, gerade, zurückgebogen)
    • TRENSE: Form, Dicke, Material und Schwere des Mundstückes, mit oder ohne Reithalfter, Art des Reithalfters, mit Kappzaum statt Reithalfter, Form des Trensenringes (D, Knebel, großer oder kleiner Ring...)
    • KAPPZAUM: allein oder in Kombination zu Kandare/Trense, blank oder gepolstert, Art (Caveçon, Seretta, Pluvinel...)
    Bitte vergessen Sie nicht, dass man durch die Wahl der Zäumung bzw. des Gebisses dem Pferd vorsichtig zu verstehen geben kann, was man möchte. Wenn das Pferd verstanden hat, kann man das Gebiss oft wieder wechseln. Das Pferd muss das Gebiss bzw. die Zäumungsart akzeptieren und darf sich nicht davor fürchten! Machen Sie die Gebisswahl auch abhängig von
    • der Ausbildungsphase (zu Beginn der Ausbildung/des Lösens/der Korrektur sucht das Pferd vorwärts-abwärts Anlehnung am Gebiss. In dieser Phase gestehe ich dem Pferd das auch zu. Später wird es lernen, sich selber zu tragen und vom Gebiss abzustoßen)
    • Ihrem Reitstil (Anlehnung oder nicht, Impulse oder steter Kontakt zum Maul) und natürlich von
    • Ihrem Pferd (Form des Kopfes und Länge der Maulspalte, Zahnwechsel, Zunge, Vorlieben für Material und Form, Ausbildung und Erfahrungen)


  2. Meine Erfahrung
    1. Die Trense

      • ist der direkte Weg ins Maul.
      • Die kleinste Handbewegung wird 1:1 in ungebrochener Linie direkt ins Pferdemaul übertragen.
      • Oft wird auf Trense mit zu starker Anlehnung geritten, da der Reiter glaubt, mit der "weichen" Trense nicht schaden zu können.
      • Pferde lümmeln sich bei Trensenzäumung gern auf die Hand, wenn der Reiter das Ausbildungsstadium des "Sich-Anlehnen-Dürfens" falsch verstanden hat. Wenn die Ausbildung korrekt fortgeführt wird, muss das Pferd sich später vom Gebiss abstoßen und selber tragen lernen.

    2. Die Kandare mit Unterlegtrense

      • Ist der indirekte Weg ins Maul: der Zügel ist am Unterbaum des Mundstückes befestigt und wirkt damit zuerst außerhalb des Maules, beispielsweise durch "Klingeln" am Zügel.
      • Nimmt man den Zügel weiter an, bewegt sich der Unterbaum zurück. Durch die nun anliegende Kinnkette bekommt das Pferd Druck auf Unterkiefer und Zunge und der Oberbaum überträgt jetzt das Drehmoment auf den Backenriemen. Somit bekommt das Pferd auch Druck auf das Genick, was es von der Bodenarbeit kennt.
      • Hat das Pferd diese Wirkung verstanden, streckt es sich am Trensenzügel vorwärts-abwärts, "trifft" dort auf die Kandare und stößt sich an ihr ab und trägt sich selber.
      • Somit ist die Zäumung auf Kandare ein verzögerter, spät einsetzender Druck, wirkt dafür dann aber umso stärker.
      • Ist für viele Pferde angenehm wegen der variablen, angepassten Hilfengebung.
      • Reitern gibt es oft Sicherheit, wenn sie aus dem englischen Lager kommen und lange auf Trense geritten sind.
      Nicht auf Kandare reiten zu wollen, weil man eine unruhige Hand hat, ist keine Ausrede: mit unruhiger Hand darf man überhaupt kein Gebissstück anfassen! Bis die Hand unabhängig vom Sitz ist, nur auf Kappzaum oder anderer gebissloser Zäumung reiten!

    3. Kappzaum mit Kandare

      • Von mir persönlich bevorzugt.
      • Das Pferd erkennt die Zügelhilfe auf der Nase von der Bodenarbeit wieder (langer Zügel, Doppellonge nur in den Kappzaum schnallen! Unterlegtrense zwar mit zäumen, damit das Pferd zum Kauen angeregt wird, aber nichts ins Gebiss einschnallen!).
      • Deshalb muss das Pferd sich zum Anreiten nicht auch noch mit dem Gebiss umstellen.
      • Zum Kappzaum die Kandare oder Trense mit zweitem Zügelpaar reiten.
      • So werden die Hilfen weiterhin über die Nase gegeben und der durchhängende Kandarenzügel „klingelt“ mit. Mehr soll er später auch nicht wirken.
      • Man kann das Pferd seine ganze Ausbildung hindurch so gezäumt reiten.

    4. "Blanke" Kandare

      • Setzt einen entsprechenden Ausbildungsstand voraus: das Pferd muss am äußeren Zügel gehen und sich selber tragen, der Reiter muss seine Hand absolut unabhängig vom Sitz tragen können.
      • Eine Kandare in der Hand eines Laien wirkt wie eine Rasierklinge in der Hand eines Affen.
      • Die Kandare soll nicht helfen, das Pferd leichter an den Zügel zu bekommen oder das Pferd halten zu können und schon gar nicht eine "schöne" Halsung erzwingen!

 
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